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Die große Bulli-Reise 15 Länder

Genau zehn Jahre nach dem Megaprojekt „Panamericana – Abenteuer zwischen Alaska und Feuerland“ war es wieder einmal Zeit für eine auch geographisch ganz große Reportage, nämlich eine Reise quer durch Europa, durch unseren Kontinent. Den meisten Menschen ist die unglaubliche Vielfalt Europas überhaupt nicht bewusst, viele Landstriche sind ihnen selbst vom Namen gänzlich unbekannt, obwohl manche fast vor ihrer Haustür liegen. In Deutschland kennt man eher Dubai, Cuba oder Costa Rica als den Böhmerwald, Friaul oder Herzegowina. Dabei haben diese Regionen auf ganz unterschiedliche Art und Weise Europas Werdegang beeinflusst. Eine Reise durch Europa ist auch eine Spurensuche, in der es um Heimat und Identität geht.

Der Endpunkt war schnell gefunden: Das Nordkap kennt jeder, Traumziel unzähliger Skandinavien-Fans, weiter nach Norden geht es zumindest mit dem Auto nicht mehr. Doch wo sollte ich starten? Das Südkap? Gibt es nicht. Der südlichste Punkt Europas ist die Insel Gavdos südlich von Kreta. Auf Kreta ist der Europa-Mythos geboren, doch logistisch und auch inhaltlich überzeugte mich diese Route nicht. 

Natürlich hätte ich unten in Gibraltar oder auf Sizilien starten können, aber auf beiden Routen wäre der gesamte Südosten Europas unter den Tisch gefallen. Der Balkan gehört jedoch landschaftlich zu den eindrucksvollsten, historisch zu den spannendsten und brisantesten Regionen Europas – ein bunter Mix der Völker und Kulturen, ein Gebiet, das jahrhundertelang unter osmanischer Herrschaft stand.

Die Machthaber des osmanischen Reichs residierten in einer Stadt, die schon 1000 Jahre zuvor die oströmische und byzantinische Kapitale war: Konstantinopel, das heutige Istanbul, mit 14 Millionen Einwohnern Europas größte Metropole, wenn man deren asiatische Stadtteile jenseits des Bosporus hinzuzählt. Istanbul – seit Jahrhunderten Nahtstelle und zugleich Brücke zwischen Europa und Asien. Dort musste meine Reise quer durch Europa beginnen!