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VW Bulli T1 - Das Kultauto 14.200 Kilometer

Am 8. März 1950 begann eine unglaubliche Erfolgsgeschichte: Die ersten zehn VW Transporter liefen vom Band. Die meisten Bauteile stammten aus der bewährten Käfer-Technik: Dazu gehörte vor allem der luftgekühlte Heckmotor mit zunächst gerade einmal 25 PS, aber immerhin 750 kg Zuladung – ein echter Lastesel, für den man eigens eine verstärkte Bodenplatte entwickelte. Insgesamt liefen von der ersten Transporter-Generation bis zur Einstellung der Produktion im Jahre 1967 1,83 Millionen VW Bullis vom Band. In Brasilien wurde der T1 sogar noch bis 1975 gebaut, allerdings mit einigen Besonderheiten, z.B. gab es beim Brasil Bus im Originalzustand überhaupt keine Heizung.

Aus dem einstigen Kleinlaster für das Wirtschaftswunder im Nachkriegsdeutschland wurde in den späten 60er- und frühen 70er-Jahre ein Symbol für die antibürgerliche Hippie-Kultur: Der VW Bulli wurde das kultige Fortbewegungsmittel der Flower-Power-Szene, die nach Marokko, Ibiza, Mykonos oder Indien für „Love, peace and Happiness“ fuhr.  

Eine Tour durch Europa ist eine Reise durch die Geschichte, ein bisschen immer auch durch die eigene: Erinnerung an die prägenden Interrail- und Tramper-Touren als Teenager nach Skandinavien und Richtung Mittelmeer. Ob Narvik, Trondheim, St. Tropez oder Thessaloniki – überall begegnete ich den VW Bullis. Meist waren es T2- oder T3-Modelle, selten war noch ein T1 mit zweigeteilter Frontscheibe darunter. Der Klassiker stand mir immer besonders nahe, da ich ihn bereits zu meinem fünften Geburtstag als himmelblaues Spielzeugauto aus Metall erhielt. 

Schon lange hatte ich von einem echten T1-Bus geträumt, doch es bedurfte einer Reihe von glücklichen Zufällen, bis ich über meine Freunde von der Käferwerkstatt Regensburg fündig wurde. Nach meinen langen Aufenthalten in Rio und ausgiebiger Fahrpraxis mit einem T2, in Brasilien „Kombi“ genannt, sollte es vielleicht so sein, dass mein jetziger T1-Bulli aus Brasilien stammt...